Egisholz
Markgräflerland - Baden Württemberg, Deutschland
Der Ort
Egisholz liegt an einem Hügel bei Kandern, im südlichen Markgräflerland. Vom Atelier aus geht der Blick über Wiesen und Obstbäume, über die Rheinebene hinweg nach Frankreich bis zu den Vogesen. Im Süden sieht man die Türme von Basel. Zypressen säumen den Garten, in dem die Skulpturen im Freien stehen und in dem Winzer arbeitet. Mit dem Licht des Tages ändert sich, wie sie wirken.
Es ist ein ruhiger Ort, ohne Hektik und ohne Lärm. Wer hierher kommt, kommt zur Ruhe.
Werkstatt & Garten
Ein Raum unter offenem Dachstuhl, rund zehn Meter lang. Durch das Giebelfenster fällt Licht auf die rote Stirnwand und auf „Die Kreuzigung – Hommage an Matthias Grünewald“. Bodentiefe Fenster öffnen den Raum zum Garten. Am anderen Ende liegen Holzofen, Herd und Kupfertöpfe, davor ein Tresen. Dazwischen steht der lange Eichentisch mit Bänken und Fellen.
Dass Werkbank und Küche hier zusammengehören, ist kein Zufall. Der gebürtige Lörracher lernte das Handwerk des Steinbildhauers, studierte in Stuttgart bei Alfred Hrdlicka und stellte in Wien, Paris, Berlin und auf der Art Basel aus. Er ist ein leidenschaftlicher Künstler und ebenso ein leidenschaftlicher Mensch. Er liebt das Kochen, das Essen, das Trinken und die Gesellschaft. Seine eigentliche Leidenschaft aber sind die Menschen, mit allen ihren Facetten. Sie sind das Thema seiner Skulpturen, und sie sitzen an diesem Tisch.
Ringsum stehen Arbeiten aus Holz, Marmor und Bronze. Gegenüber den Fenstern steht das Relief „Die Last der Liebenden – gegensätzliche Zuneigung“ (1993–1995), aus einem einzigen Block Carrara-Marmor, pigmentiert: Paare, die einander halten und sich doch voneinander abwenden.
„… nicht im manne, nicht im weibe findest du dich …“
— Robert Schneider